Beiträge von Juva

    Mit "Die Welt im Fieber" werde ich sicher noch fertig, auch weil das Buch richtig spannend ist. Den Caesar habe ich abgebrochen, das ist mal wieder so ein Beispiel eines doch recht trockenen Sachbuchs. Vielleicht gebe ich ihm irgendwann noch mal eine Chance, im Moment geht er leider gar nicht.

    Das ist jetzt schon ein bißchen gemein - die liegen tatsächlich alle (!) auch auf meinem SUB, aber angesichts der Tatsache, dass ich auch noch meine Tamkatzn-Bücher bis Ende März durch haben muss sollte ich wohl erstmal nicht mehr als vier Bücher anmelden. ;)

    Schöne Idee, ich habe direkt sowohl kurze Bücher als auch welche mit kurzem Titel gefunden:


    Gwendolyn Brooks - Maud Martha (140 Seiten plus 11 Seiten Nachwort)

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    Bram Stoker - Der Zorn des Meeres (149 Seiten plus Nachwort, gesamt 169 S.)

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    Anthony McCarten - Jack

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    Dörte Hansen - Zur See

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    Ich habe jetzt über die Hälfte des Buches gelesen und finde einerseits die Informationen zur historischen Pandemie unglaublich interessant (bis hin dazu, welche Erkrankungen zeitgleich unterwegs waren und deshalb damit verwechselt worden sein könnten), andererseits sind die Parallelen zur Corona-Pandemie oft erschreckend, insbesondere im Hinblick darauf, welche Schlüsse man bereits damals gezogen und in Maßnahmen umgesetzt hat. So waren etwa verschiedene Regelungen zum "Social Distancing" bereits im Kontext der Spanischen Grippe (die mit Spanien wenig zu tun hatte) im Einsatz, man hat sich aber beisielsweise in New York gezielt dagegen entschieden, die Schulen zu schließen, und damit gute Erfahrungen gemacht. Eigentlich nicht überraschend, dass sich da Vergleiche aufdrängen, und gleichzeitig erstaunlich, welche Schlüsse man vor 100 Jahren schon gezogen hat, obwohl der Hintergrund der Pandemie damals nicht wissenschaftlich erfasst werden konnte.

    Das Buch geht auch wirklich interessant weiter. Die Autorin weist darauf hin, dass uns das Leben um 1918 doch sehr fremd ist, obwohl uns nur gut 100 Jahren davon trennen, diese Unterschiede sind in Bezug auf den Umgang mit der Pandemie wichtig. Zum Ersten Weltkrieg als einer Voraussetzung der Pandemie macht sie nur einen erfreulich kurzen Schlenker (das Wesentlich kennt man ja entweder schon oder kann es woanderes nachlesen), um dann zur eigentlichen Pandemie und ihren Symptomen zu kommen. Dabei wechselt sie häufig die Schauplätze ihrer Betrachtungen, wodurch natürlich der Charakter der Spanischen Grippe als weltumspannendes Phänomen noch deutlicher hervorgehoben wird.


    Ich mag ihre knappe, sachliche, informative Sprache, die sich auch in der Länge der Kapitel widerspiegelt. Diese sind sehr übersichtlich und vergleichweise kurz, dabei aber mit Informationen vollgepackt, und trotzdem nie trocken oder langweilig.

    Ich habe heute endlich mit meinen zweiten Tamkatzn-Buch angefangen und die ersten 40 Seiten in einem Rutsch weggelesen, hoffentlich geht das so gut weiter.


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    Anika Landsteiner - Nachts erzähle ich dir alles


    Klappentext:

    Léa flieht vor ihrem Leben. Sie tauscht den deutschen Sommer gegen den südfranzösischen und fährt auf das alte Familienanwesen an der Côte d’Azur. Doch ihr Plan, dort zur Ruhe zu kommen, geht nicht auf: Am Abend ihrer Ankunft unterhält sie sich mit einer jungen Frau, die noch in derselben Nacht ums Leben kommt – und Léa ist die letzte, die sie gesehen hat. Plötzlich steht Émile, der Bruder der jungen Frau, vor Léas Tür. Ihn quälen viele Fragen, weil er erfahren hat, dass seine Schwester schwanger war. Nacht für Nacht erzählen sie sich von ihren längst nicht mehr heilen Familien, sie streiten mit Haut und Haar über Schuld, Angst und Schweigen. Während Léa versucht, zurück ins Leben zu finden, setzt Émile alles daran, zu ergründen, was zum Tod seiner Schwester geführt hat. Wie kann man Abschied von der Vergangenheit nehmen, ohne zu vergessen?


    Bisher gefällt mir an dem Roman vor allem, dass er die LeserInnen wirklich mit nach Frankreich nimmt, die Handlung plätschert auch dann, wenn es um ernstere Themen geht, ganz angenehm vor sich hin, das ganze Buch hat eine gewisse Leichtigkeit. Nach der Beschreibung im Klappentext hatte ich mir doch etwas Anstrengenderes vorgestellt und bin positiv überrascht. Es kann natürlich sein, dass die anstrengenden Teile noch kommen - bisher ist Alice, die junge Frau, die Léa begegnet ist, auch noch nicht gestorben, aber sie liegt auf der Intensivstation. Auf jeden Fall habe ich große Lust, gleich direkt weiterzulesen.

    HoldenCaulfield Ja, zum Glück. Trotzdem ist es immer wieder schockierend wie oft toxische Verhaltensmuster und/oder Gewalt in Nackenbeißer als romantisch oder verständlich verkauft werden. :cursing:

    Unter diesem Gesichtspunkt kann ich mit meinem langweiligen Nackenbeißer, der ja auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, durchaus zufrieden sein - die Heldin kann genausogut schießen wie der Revolverheld, wird zwar immer mal wieder von ihm gerettet, aber nie zum Sex gezwungen. Und sie könnte selbst entscheiden, sich von ihm scheiden zu lassen, weil sie auch finanziell unabhängig ist, hier begegnen sich beide also schon weitgehend auf Augenhöhe.

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    In seinem Memoir "Kajzer: Mein Familienerbe und das Abenteuer der Erinnerung" schildert Menachem Kaiser, Enkel eines Holocaustüberlebenden, seine Erfahrungen mit dem Versuch, ein Mietshaus in Polen, das einst seinem Urgroßvater gehörte, für die Familie zurückzuerhalten, und seine in diesem Zusammenhang erlebten Einblicke in die Familiengeschichte. Dabei hinterfragt der Autor auch immer wieder seine eigenen Motive, die Suche nach Informationen und das Gerichtsverfahren rund um das Haus voranzutreiben, und setzt sich dabei nicht nur mit der Geschichte seiner Familien, sondern auch allgemein mit dem Umgang mit dem Holocaust und dessen Folgen auseinander.

    Zitat

    [...] im Kern ging es ja nie wirklich darum, ob es mir gelingen würde oder nicht, Familienbesitz zurückzubekommen; solche Einsätze sind bedeutungslos. [...] Ich kann nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, dass es das gewesen wäre, was mein Großvater gewollt hätte. Vielleicht wäre es ihm ja viel lieber gewesen, keiner seiner Nachfahren wäre je nach Polen zurückgekehrt, als der Besitz seiner Vaters wäre zurückgewonnen worden. [...] Es geht weniger um das Gebäude als um das, wofür das Gebäude steht, und wiederum darum, wofür die Rückforderung steht; das sind offene Fragen. Was hier bedeutsam ist, ist weniger der Name auf einer Besitzurkunde als der Versuch und das Misslingen und der neuerliche Versuch zu verstehen, was es bedeutet, zu verlieren, zu nehmen, zurückzuholen, einzudringen, zu erben, sein Vermächtnis zu definieren, sein Vermächtnis zu deklarieren, sein Vermächtnis aufzubürden, sein Vermächtnis misszuverstehen, etwas einen Wert - historisch, materiell, sentimental - zuzuschreiben und dann diesen Wert umgehend anzuzweifeln, die Rolle des Protagonisten in einer Geschichte zu übernehmen, die nicht die deine ist und die du nicht verstehen kannst, die Moralgeschichte von jemand anderem neuerlich in Gang zu setzen, die ouroborische Spirale von Fragen zu Familie, Geschichte, Gerechtigkeit, Geld, Religion, Ego, Objekt, Erinnerung, Bedeutung wieder in Bewegung zu setzen. (S. 298 f.)

    Die Ambivalenz gegenüber dem Erbe des Großvaters und der Familiengeschichte, die hier ebenso angedeutet wird wie die vielen unterschiedlichen Facetten, die die Auseinandersetzung mit diese Themen für den Autor hat, ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Obwohl durch dieses ständige Hinterfragen auch viele Denkansätze offen bleiben, hat sich der Autor bewusst für die Form des erzählenden Sachbuchs anstelle eines Romans entschieden, obwohl er diesen hätte abschließen können, was so nicht gelingt. Gerade das hat mir an Menachem Kaisers Buch gut gefallen, weil er damit auch seinen LeserInnen Denkanstöße für das eigene Geschichtsbewusstsein mitgibt.


    Der englische Originaltitel "Plunder. A Memoir of Family Property and Nazi Treasure." ist wesentlich treffender als der deutsche Titel, weil ein großer Teil des Buches in der Schilderung der Reisen des Autors durch Schlesien, die Gegend, aus der sein Großvater stammt, besteht, bei denen er unter anderem immer wieder mit Schatzsuchern auf der Suche nach vermeintlichen Nazi-Schätzen zusammentrifft. Das hängt damit zusammen, dass ein Holocaust-Überlebender namens Abraham Kajzer, von dem sich herausstellt, dass er ein Cousin von Menachems Großvater war, ein Buch über seine Haft in verschiedenen Lagern und seine Mitarbeit beim Bau geheimer Anlagen geschrieben hat, das unter Schatzsuchern in Polen bis heute Kultstatus genießt. Die Begegnungen mit diesen Schatzjägern sind manchmal skuril, manchmal auch wirklich unterhaltsam. Gerade in diesem Kontext wird deutlich, dass der Autor auch versucht, die polnische Perspektive auf die Geschichte und den Umgang mit ihr zu verstehen.


    Am Ende steht die Erkenntnis, dass Menachem Kaiser mehr über diesen Abraham herausgefunden hat als über den eigenen Großvater, auch die Wiedererlangung des Gebäudebesitzes ist noch ungewiss, ebenso ob diese letztlich ein Gewinn oder doch eher eine "Plünderung" der heutigen BewohnerInnen wäre, die von der Geschichte des Hauses und der damit verbundenen Familie Kaiser wahrscheinlich gar nichts ahnen. Und dabei ist der Autor erstaunlich offen, er kann für sich selbst die Frage nicht beantworten, ob der materielle Wert die entscheidende Rolle spielt, oder sentimentale Aspekte mit hineinspielen, obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) er über seinen Großvater letztendlich nicht mehr erfahren hat, als er zu Beginn seiner Suche wusste.


    Letztendlich ist "Kajzer" ein komplexes Sachbuch, das zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Geschichtsbewusstsein herausfordert, und dabei natürlich die Folgen des Holocaust in den Fokus stellt. Die angenehme Sprachgestaltung und Erzählweise machen das Buch gut lesbar, ich hatte einige unterhaltsame Stunden damit.


    5ratten

    Ich bin mit "Rebellion des Herzens" jetzt durch und nicht wirklich zufrieden. Auch auf den letzten 70 Seiten passierte nochmal richtig viel, das ist also mal ein Nackenbeißer, in dem die Liebesgeschichte (und die dazugehörigen Szenen) auf jeden Fall zu kurz kommen. Dafür wurde aber noch Angels verschollene Mutter gefunden (sodass er jetzt auch eine Familie hat, herzig!) und Cassie noch schnell entführt und von Angel gerettet, ihre Mutter hat ihn als Schwiegersohn akzeptiert und letztendlich hat Cassie ihn zum Duell gefordert, um zu entscheiden, ob sie sich scheiden lassen sollen, da er dieses absichtlich verloren hat bleiben sie verheiratet.


    Wenn ich schon einen solchen Roman lese hätte ich doch gerne etwas mehr große Gefühle, hier treffen zwei Pragmatiker aufeinander, die sich möglicherweise irgendwie anziehend finden (das wird nicht so ganz klar, die beiden fallen zweimal kurz übereinander her und das wars dann schon) und gemeinsam durch eine absurde Ereigniskette stolpern. Braucht man nicht!


    Eigentlich habe ich jetzt auch keine Lust, dem attraktiven Pferdezüchter aus Roman 1 noch eine Chance zu geben, mal sehen, ob ich mich noch überwinden kann.

    Obwohl Cassie die Scheidung verlangen könnte, weil sie nicht schwanger ist, versucht sie jetzt, mit Hilfe eines Privatdetektivs Angels verschollene Familie zu finden, damit sie einen Grund hat, wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen, weil sie ihn vermisst.


    Allmählich wird mir die Geschichte wirklich zu absurd, deshalb verschiebe ich die letzen 70 Seiten auf morgen früh und werde mich jetzt mit einem besseren Buch ins Bett verziehen. ;)

    Es wird immer absurder: Angel hat Cassie ihren größten Wunsch erfüllt, mit den beiden verfeindeten Familien zu sprechen, indem er deren Mitglieder einfach gekidnappt und in der Scheune angebunden hat. Und dann stellt sich heraus, dass der Grund für die Fehde darin besteht, dass die Chefin der einen Familie mal in den Chef der anderen Familie verliebt war und es zu diversen Missverständnissen kam. Jetzt wollen beide an ihre alte Geschichte anknüpfen und damit ist auf einmal alles gut. Hä? :/

    Wohl eigentlich nur, um Cassie Schwierigkeiten zu bereiten und sich über sie lustig zu machen.

    Aber jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Angel fordert seine ehelichen Rechte ein und Cassie gewährt sie ihm nur zu gerne. Als sich die beiden nach zwei leidenschaftlichen Nächten gerade darüber unterhalten, ob Cassie Babys haben möchte oder nicht treffen kurz nacheinander ihr Vater und ihre Mutter ein, die seit vor Cassies Geburt kein Wort miteinander gewechselt haben, aber beide ihre Tochte unbedingt beschützen möchten.

    So kann man sich irren: Angel ist nicht in Cassies Zimmer gekommen, sondern sie in seins. Und weil sie ihn damit ständig in Versuchung führt hat er ihr verboten, das nochmal zu machen. Sie ist nämlich selbst im hochgeschlossenen Nachthemd äußerst verführerisch. Sie kann allerdings gar nicht verstehen, warum er das tut, denn sie ist sicher, dass er sie nicht begehren kann. Männer verlieben sich nämlich ihrer Erfahrung nach nicht in sie, sondern in ihre große Ranch, und für die hat Angel nichts übrig.

    Und es kommt noch besser: Die beiden werden von Cassies Feinden mit vorgehaltener Waffe zur Eheschließung gezwungen, weil Cassie Angel als Verlobten ausgegeben hat. Daraufhin hat sie sich erstmal beleidigt in ihrem Zimmer eingeschlossen.


    Mittlerweile wurde auch ihre Haarfarbe erwähnt, sie hat mahagonifarbenes Haar. Die blonde Dame auf dem Cover gehört also zu keinem der beiden Romane. Wenig überraschend passen auch weder die Palmen noch die exotischen Vögel nach Texas oder ins ländliche England. ;)

    Ich habe zwar ein Buch aus der Bücherei mit genommen, aber das Cover ist schon mal Recht harmlos. 6 Personen, alle komplett bekleidet. Regency Zeit.

    Ich hatte mir eigentlich auch Regency-Romance auf den Kindle geladen, da sind aber auch die Cover eher neutral, deshalb habe ich erstmal zum klassischen Nackenbeißer gegriffen. Mal sehen, wie weit ich damit komme, vielleicht kann ich in meinen Regency-Liebesroman ja wenigstens noch reinlesen.