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  2. Juva

Beiträge von Juva

  • Mistelmagie & Zimtzauber. Abschnitt 3: Kapitel 17-24

    • Juva
    • 6. Dezember 2025 um 07:18

    Zu Beginn des dritten Abschnitts scheint Elli richtig im Weihnachtsdorf angekommen zu sein, denn sie erhält ihren ersten Weihnachtspulli (der entgegen ihrer Erwartung nicht nur sehr hübsch, sondern auch gar nicht kratzig ist).

    Der Gegensatz zwischen den Schikanen Lumis und der netten Art, mit der sich Frau Holle um Elli kümmert, sie aufmuntert und unterstützt, könnte nicht größer sein. Mal sehen, wie es weitergeht, ich konnte heute morgen nicht beim Ende des zweiten Abschnitts aufhören zu lesen, sondern musste dranbleiben. Bestimmt schaffe ich im Laufe des Tages noch das eine oder andere Kapitel, denn es bleibt spannend!

  • Mistelmagie & Zimtzauber. Abschnitt 2: Kapitel 9-16

    • Juva
    • 6. Dezember 2025 um 07:16

    Nach dem etwas holprigen Start im Weihnachtsdorf flüchtet sich Elli zu ihrer Freundin Alisa in den Frühling, um sich wenigstens mal jemandem anvertrauen zu können, ohne sofort Angst vor weiteren Komplikationen haben zu müssen. Dort erfährt sie, dass ihre Schwierigkeiten mit dem Bürgermeister Lumi, der leider auch der Mentor für ihre Ausbildung ist, gar nicht einmalig sind und deshalb auch nicht nur an ihr liegen können. NIcht nur die Frühlingselfen, sondern auch die Botaniker, bei denen Elli kurz nach diesem Besuch ihre Ausbildung beginnt, nennen ihn "den Grinch", und er belauert Elli, um sie bei einem Fehler zu ertappen.

    Elli selbst wird erst allmählich klar, dass ihre Magie nicht funktioniert, sodass sie selbst einfache Dinge nicht zaubern kann. Zum Glück erhält sie viel Unterstützung durch ihren Mitbewohner Nick und Frau Holle, was auch dazu beiträgt, dass sie allmählig beginnt, sich im Weihnachtsdorf wohlzufühlen. Dessen BewohnerInnen signalisieren Elli nämlich immer wieder, dass sie sie gerne bei sich behalten möchten, und dass sie alle Lumi nicht mögen und durchaus wahrnehmen, dass er Elli schikaniert.

    Nick ist eine Art Vorzeigeweihnachtself, der sofort den richtigen Platz für sich im Weihnachtsdorf in der Bäckerei gefunden hat und ständig an neuen Rezepten herumtüftelt. Daneben versorgt er Elli mit frischen Croissants, lässt sie aber heftig abblitzen, als er vermutet, dass sie eine Verabredung mit ihm treffen möchte (was sie in dem Moment aber gar nicht will). Bei Elli spürt man, dass sie Nick interessant findet, ihn aber nicht ganz einordnen kann, das wird bestimmt noch spannend.

    Es gefällt mir gut, dass so viele Details beschrieben sind, ohne dass das aufdringlich wirkt, von den Arbeiten der Botanik-Elfen bis zum gemütlichen Dachboden bei Frau Holle. Dadurch erhält man als LeserIn einen guten Einblick in die Welt des Weihnachtsdorfs und kann Ellis Handlungen und Gedanken gut nachvollziehen.

  • Mistelmagie & Zimtzauber. Abschnitt 1: Kapitel 1-8

    • Juva
    • 3. Dezember 2025 um 20:04

    Ich habe die ersten acht Kapitel gelesen und muss sagen, dass mir Elli bei ihrer Ankunft im Weihnachtsdorf echt leid getan hat - sie kann nichts selbst entscheiden, alles wurde schon für sie geregelt, und von Nahem ist der Weihnachtszauber gar nicht so schön wie gedacht.

    Dass Frau Holle ihre Vemieterin ist lässt ahnen, dass diese sich vielleicht um Elli kümmern und/oder in ihre Angelegenheiten einmischen wird - bestimmt in bester Absicht. Spannend ist auch ihr Mitbewohner Nick, der sofort sehr nett zu Elli ist (und ihr u.a. extra ein Franzbrötchen bäckt), obwohl sie ihn erstmal anraunzt bleibt er freundlich, das wird sich hoffentlich vertiefen.

  • Mistelmagie & Zimtzauber. Abschnitt 1: Kapitel 1-8

    • Juva
    • 3. Dezember 2025 um 20:01
    Zitat von Katjaja

    FRAU PIEPENBROOK!!!!!!!!!!!!!

    Ich finde den Namen schonmal klasse, sie wirkt aber auch ein bisschen wie McGonagall bei Harry Potter: streng, aber gerecht, und bestimmt hilfreich, wenn man sie wirklich braucht.

  • Mistelmagie & Zimtzauber. Abschnitt 1: Kapitel 1-8

    • Juva
    • 2. Dezember 2025 um 08:10

    Ich habe gestern abend noch die ersten drei Kapitel gelesen und finde die Vorstellung von Elli, die sich unsicher ist, ob ihr die Tätigkeit als Elfe im Weihnachtsdorf, die ihr nach dem Abschluss der Akademie zugewiesen wird, wirklich liegt, ganz charmant. Die Idee, dass Elfen gemeinsam ausgebildet und dann verschiedenen Arbeitsbereichen zugewiesen werden, finde ich plausibel geschildert, die Akademie wird in ausreichendem Maß angedeutet, sodass man sich das Ganze gut vorstellen kann, ohne das die Beschreibung zu detailliert wird.

    Die Vorstellung von Ellis bester Freundin Alisa hingegen war mir ein bisschen zu ausführlich, ich bin gespannt, welche Rolle sie noch spielen wird, denn diese Einführung muss sich dann ja auch lohnen.;)

  • [12/2025] Jenny Talas - Mistelmagie & Zimtzauber

    • Juva
    • 1. Dezember 2025 um 14:37

    Mein Vorschlag für die Einteilung wäre folgender (rein bezogen auf die Seiten, ich habe noch nicht in der Buch reingelesen):

    Abschnitt 1Kap. 1-8bis S. 76
    Abschnitt 2Kap. 9-16bis S. 146
    Abschnitt 3Kap. 17-24bis S. 220
    Abschnitt 4Kap. 25-32bis S. 294
    Abschnitt 5Kap. 33-43bis Ende

    Die Seitenangaben beziehen sich auf das Ebook, verspringen allerdings zwischen Inhaltsverzeichnis und tatsächlicher Seitenangabe um eine Seite, bitte nicht wundern (deshalb auch zusätzlich die Angabe der Kapitel).

  • [12/2025] Jenny Talas - Mistelmagie & Zimtzauber

    • Juva
    • 1. Dezember 2025 um 06:08

    Ich habe das Ebook ja schon auf dem Reader und könnte im Laufe des Tages einen Vorschlag für die Einteilung der Abschnitte machen, es sei denn, Du möchtest das lieber selbst machen, Jenny Talas , weil Du im Gegensatz zu uns anderen den Inhalt ja kennst. ;) Ich würde einfach versuchen, einigermaßen gleich lange Abschnitte hinzukriegen.

  • Miranda Cowley Heller - Der Papierpalast

    • Juva
    • 30. November 2025 um 09:08

    Mir hat dieser Roman leider überhaupt nicht gefallen, wenn es kein SLW-Buch gewesen wäre hätte ich es wohl nicht zuende gelesen. Ja, es liest sich relativ schnell weg, aber der Inhalt hat mich einfach nicht überzeugt.

    Wenn man sich Cover und Klappentext anschaut wird der Eindruck suggeriert, es handle sich um eine nette, locker-leichte Sommerlektüre. Das ist aber nicht der Fall, tatsächlich geht es um eine dysfunktionale Familie, um einen schweren Missbrauchsfall, den niemand wirklich wahrhaben will, und eine Protagonistin, die ganz offensichtlich unfähig ist, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen - die schwierigste Entscheidung, die sie treffen muss, ist diejenige, bei welchem der beiden in Frage kommenden Männer sie denn am Ende bleiben soll.

    Und hier kommt mein generelles Problem ins Spiel, dass ich die Hauptfigur Elle absolut nicht verstehen kann - ich begreife zwar im Ansatz, was sie an ihrem Ehemann Peter mag (zuverlässig, aber auch ein bisschen langweilig), was sie an ihrem Jugendfreund Jonas so toll findet hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen. Und ehrlich gesagt auch die angebliche Faszination für die wunderbare Natur und vor allem den titelgebenden Papierpalast nicht: es wird wieder und wieder thematisiert, dass sich die Familie nur dort wohlfühlt und es für Elle der Sehnsuchtsort ihres Lebens ist, gleichzeitig wird dann aber auch jedes Mal verdeutlicht, wie heruntergekommen die Häuser sind, dass dort alles mögliche Ungeziefer haust, es den Figuren aber nichts ausmacht - sie stellen den Besen in die Ecke, gehen schwimmen, und alles ist für den Moment wieder gut. Probleme werden auf diese Weise entweder per Zeitablauf gelöst (wenn man nur lange genug wartet, ergibt sich schon irgendwas) oder durch Alkoholkonsum in den Hintergrund gedrängt (in dem Handlungsstrang in der Gegenwart haben die erwachsenen Figuren gefühlt in jeder zweiten Szene ein Glas mit Alkohol in der Hand), man gestaltet sein Leben nicht, sondern lässt es in gediegener Langeweile an sich vorbeiziehen.

    Wenn man diese Handlung in Zusammenhang damit setzt, dass es auf dem Buchrücken heißt, dieses Buch sei "Ein großer Roman über die Sommer unseres Lebens ― und darüber, was es heute bedeutet, eine Frau zu sein." finde ich die Botschaft des Romans höchst problematisch und die darin beschriebene Rolle der Frau absolut nicht zeitgemäß. Man muss also einfach abwarten, bis sich Probleme von allein lösen, oder Männer das für eine Frau erledigen? Es ist kein Problem, wenn der Rückblick auf das Leben aus vielen schmerzhaften Momenten und verpassten Chancen besteht, weil nie gehandelt sondern immer nur ertragen wurde? (Im übrigen hat mich irgendwann auch die Struktur des Romans mit ihren ständigen Sprüngen zwischen verschiedenen Zeitebenen genervt, das aber nur am Rande.)
    Die Auseinandersetzung mit diesem Satz eignet sich hervorragend, um meine Kritik auf den Punkt zu bringen: 1. Es ist kein großer Roman, dafür ist die Erzählweise zu konfus und sind die Figuren nicht überzeugend. 2. Die Vergangenheit wird nicht schöner, nur weil man einen Nostalgiefilter drüberlegt. 3. Ich hoffe doch, dass es heutzutage auch Frauen gibt, die ihr Leben selbst gestalten, und sich nicht ausschließlich von Männern abhängig machen.

    1ratten

  • Monatsrunde November - Mission zu neuen Bücherwelten

    • Juva
    • 27. November 2025 um 12:11

    Ich habe mein vorletztes Monatsrundenbuch ausgelesen:

    Tore Renberg - Die Lungenschwimmprobe

    Zwei beendete Bücher sind bei mir noch nicht eingetragen.

  • Tore Renberg - Die Lungenschwimmprobe

    • Juva
    • 27. November 2025 um 10:50

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    Klappentext:
    Leipzig/Sachsen im Jahre 1681: die fünfzehnjährige Anna Voigt steht vor Gericht, sie soll ihr neugeborenes Baby getötet haben. Die Obrigkeit will sie verurteilt sehen, es droht ihr der Tod – wie vielen anderen Mädchen und Frauen in dieser Zeit, die des gleichen Verbrechens bezichtigt werden. Aber dieser Fall ist anders: Sie hat nicht nur einen mächtigen Vater, der sich für sie einsetzt. Sondern es findet sich auch ein Arzt, der etwas spektakulär Neues wagt und ein wissenschaftliches Verfahren entwickelt, das in die Medizingeschichte als "Lungenschwimmprobe" eingehen wird. Durch dieses soll nachgewiesen werden, dass es tatsächlich eine Totgeburt war, wie Anna hartnäckig versichert, und kein Mord. Kann sie gerettet werden?

    Tore Renbergs exzellent recherchierter historischer Roman "Die Lungenschwimmprobe" trägt den Untertitel "Verteidigung einer jungen Frau, die des Kindsmords bezichtigt wurde" und damit ist der Inhalt auch schon gut umrissen. Die Geschichte beginnt mit dem Kindsmord und der titelgebenden Lungenschwimmprobe, danach wird das weitere Verfahren, das viele Jahre dauern wird, auf 700 Romanseiten detailliert geschildert. Durch diese Vorgehensweise wird man als LeserIn gut in die Tücken des damaligen Rechtssystems eingeführt, weil die Geschichte nach unseren heutigen Gesichtspunkten schnell beendet wäre - die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchung überzeugen, damit ist Annas Unschuld für die LeserInnen schnell erwiesen. Anders sieht es aber mit den Vertretern der damaligen Justiz aus, für die kommen mit dem Bezug auf diese "neumodische" und unglaubwürdige Methode die Dinge erst recht in Bewegung. Und der Autor, der sich auf die Originalakten des Falles bezieht, breitet die Unwägbarkeiten und Ungerechtigkeiten, vor allem auch die Frauenfeindlichkeit des damaligen Gerichtssystems, bis hin zu den feinsten Verästelungen aus, das ist interessant und nur an wenigen Stellen etwas langatmig.

    Inhaltlich könnte man es bis hierhin auch mit einem guten Sachbuch zu tun haben, aber der Autor hat sich für die Form des Romans entschieden, und dieser Roman wird vor allem durch die überzeugenden Figuren getragen, die Charaktere werden bis hin zu den Nebenfiguren detailliert ausgearbeitet. Die wichtigsten Figuren sind Annas Vater und ihr Anwalt, deren Handeln auch weite Teile des Romans bestimmen. Dass Anna, um die es ja eigentlich geht, hier zur Nebenfigur "degradiert" wird, spiegelt die gesellschaftliche Wirklichkeit des 17. Jhdts. gut wider. Zur Vergegenwärtigung dieser Zeit trägt auch die sprachliche Gestaltung des Romans bei, der gut leserlich, an vielen Stellen aber durchaus historisierend ist. Im Nachwort schildern die Übersetzerinnen die Schwierigkeit, einen im Original eher modernen norwegischen Roman, in den historische deutschsprachige Dokumente eingeflossen sind, in eine angemessene Form zu bringen, ich finde, es ist ihnen gut gelungen.

    Seine sorgfältige Recherche hat der Autor in einem Materialpaket dokumentiert, das über einen QR-Code im Buch abgerufen werden kann und in dem nicht nur Sekundärliteratur nachgewiesen ist, sondern auch Abbildungen und zusätzliche Informationen zu historischen Personen enthalten sind. Die Kunst des Autors besteht hier wirklich darin, sein umfangreiches Wissen über das 17. Jhdt. und den Kriminalfall in einen interessanten und gut lesbaren, dabei durchaus anspruchsvollen, historischen Roman zu verwandeln. Für Liebhaber guter historischer Romane ist "Die Lungenschwimmprobe" unbedingt zu empfehlen, auch wenn der Umfang ein gewisses Durchhaltevermögen erfordert.

    5ratten

  • Monatsrunde November - Mission zu neuen Bücherwelten

    • Juva
    • 22. November 2025 um 08:19

    Ich habe zwei weitere Bücher meiner Monatsrundenliste beendet, das Sachbuch war toll und der Roman richtig mies:

    Bart van Loo - Burgund

    Juliane Stadler - König der Turniere

    Ich möchte bitte nicht in den Lostopf.

  • Bart van Loo - Burgund: Das verschwundene Reich

    • Juva
    • 22. November 2025 um 08:16

    Ich kann mich der vorliegenden, begeisterten Rezension unbedingt anschließen - dieses Buch ist ein tolles Beispiel für absolut gelungene Geschichtsschreibung!

    Die Kombination aus fundierter Recherche (die spätestens beim Blick in den umfangreichen Anhang, mit Karten, Stammbäumen, Überblick über die Chronologie, Anmerkungen und einem ausführlichen Literaturverzeichnis sichtbar wird) und lockerem, unterhaltsamem und gut lesbarem Erzählton des Autors spricht unbedingt dafür, dieses historische Sachbuch über Burgund zu lesen. Dass darüber hinaus die hier dargestellte Geschichte interessant ist (zum Inhalt wurde ja in der anderen Rezension schon einiges geschrieben) macht das Ganze zu einer runden Sache.

    Die Hinweise auf die tolle Ausstattung kann ich unterstreichen, ich habe die gebundene Ausgabe gelesen, die nicht nur auf hochwertigem Papier gedruckt ist, sondern mit schönem Vorsatz und informativem Nachsatz sowie zwei umfangreichen Bildteilen aufwartet. Die schöne Gestaltung passt zum Inhalt und das Buch ist seinen Preis allemal wert.

    5ratten

  • Juliane Stadler - König der Turniere

    • Juva
    • 22. November 2025 um 08:00

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    "König der Turniere" ist der erste Roman, den ich von Juliane Stadler gelesen habe. Und ich muss ehrlich zugeben: Wenn dieser Roman nicht Teil meiner SLW-Liste für 2025 wäre hätte ich ihn ganz sicher abgebrochen. Angesichts vieler guter Rezensionen hatte ich bei diesem Roman einen tollen Mittelalterschmöker erwartet - und bin sehr enttäuscht worden.

    Die Idee, das mittelalterliche Turnierwesen, für das nicht nur in diesem Roman ein Bezug zum heutigen Leistungssport mit Sponsoren, spezieller Ausrüstung, usw. hergestellt wird, als Aufhänger für eine Geschichte zu nutzen, klingt ja erstmal gut. Der Protagonist Erec ist ein junger und mittelloser Ritter, der mit einer Gruppe von Freunden von Turnier zu Turnier zieht, um sich mit Hilfe der gewonnen Preise und der Beute mehr schlecht als recht über Wasser zu halten. Er ist deshalb begeistert, als es ihm gelingt, den Marschall des jungen englischen Königs Henri auf sich aufmerksam zu machen, der dessen Turnierteam "managt". Erec und seine Truppe treten in königliche Dienste - und geraten in diverse Intrigen, die ihnen klarmachen, dass das Leben am Königshof wirklich kein reiner Spaß ist.

    Der Handlungsverlauf der Geschichte ist ok, wenn auch nicht sonderlich originell, der Aufstieg des verarmten Adligen in höchste Kreise ist ein in historischen Romanen doch häufiger auftretendes Motiv. Wirklich massiv gestört hat mich die Figurengestaltung, die einerseits zu eindimensional und andererseits zu sehr in der heutigen Zeit verortet ist. Die Autorin charakterisiert ihre Figuren nach der Holzhammermethode, man muss sich als LeserIn wirklich nicht lange fragen, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Und die Guten sind dann auch wirklich durch die Bank nett, ehrenhaft, treu, ... und damit todlangweilig. Es gibt wirklich keine einzige Figur, die mehrere, möglicherweise sogar interessante Facetten aufweist. Und das ist ein großer Minuspunkt des Romans, denn nur spannende Figuren könnten den einfallslosen Plot aufwerten (dessen historischen Kontext die hinlänglichen bekannten Familienkonflikte der Plantagenets bilden, sodass auch hier leider keine Überraschungen zu erwarten sind).
    Außerdem sind die Figuren zu modern, sie passen einfach nicht in das historische Setting. So gibt es beispielsweise direkt mehrere recht emanzipierte Frauen (alle voran Erecs "Minneherrin"), die teils ohne jede Rücksicht auf gesellschaftliche Gepflogenheiten handeln. Diese unpassende Figurengestaltung begründet die Autorin in ihrem Nachwort dann damit, dass sie in ihrem Roman Frauen sichtbar machen möchte, die in der üblichen Geschichtsschreibung zum Mittelalter eben nicht gesehen werden. Aber warum ist das so? Weil sie nunmal keine nennenswerte Rolle gespielt haben, was sicher bedauerlich, aber historische Realität ist, die man nicht mal eben umschreiben kann. Das sieht die Autorin allerdings ganz anders, und besonders ihre diesbezügliche Argumentation finde ich aus Historikersicht sehr bedenklich:

    Zitat

    Personen, die entweder gar nicht, nur am Rande oder höchstens indirekt in den Quellen und historischen Dokumenten auftauchen, haben es schwer, in der Geschichtsforschung ausreichend gewürdigt oder schließlich in historischen Romanen, die oft genug als Bildungsmedium dienen, in angemessener Form rezipiert und dargestellt zu werden. Man fragt sich, wie viele Schicksale und Lebenswirklichkeiten auf diese Weise verfälscht oder ganz aus unserer Wahrnehmung herausgeschrieben wurden. Es bleibt Aufgabe der Forschung und auch des historischen Romans, dem entgegenzuwirken. (S. 734)

    Wie man zu einer solchen fragwürdigen Sichtweise kommen kann, noch dazu als Archäologin bzw. Althistorikerin (interessanterweise ist die Autorin eben gerade keine Mediävistin), ist für mich schleierhaft - die Quellen geben zu wenig über Frauen her, da es sie aber gegeben hat und sie nicht ausreichend gewürdigt werden, erfinde ich sie mir passend für meinen Roman? Diese Strategie ist natürlich grundsätzlich anwendbar, aber dann dürfte meines Erachtens dieser Roman keinesfalls ein "Bildungsmedium" sein, weil damit Geschichtsklitterung der derbsten Art betrieben wird.

    Nachdem ich schon über die gesamten 734 Seiten des Romans mit der Langeweile und den nichtssagen Figuren gekämpft habe, für die ich aber vielleicht noch zwei bis zweieinhalb Ratten für die Grundidee und die sprachlich zwar nicht besonders ansprechende, aber ertragbare Gestaltung gegeben hätte, hat mich dieses Nachwort echt verärgert (ich weiß, dass das pingelig erscheint, mich macht es aber wirklich wütend) und gibt den Ausschlag für meine Bewertung. Leider habe ich den anderen Roman der Autorin auch noch auf meiner SLW-Liste und werde ihn daher lesen, ich werde aber ganz sicher kein Buch dieser Autorin mehr kaufen.

    1ratten

    Die Rezensionen des Romans, die bereits im Hörbuchbereich vorliegen, sind übrigens deutlich positiver (Link), das möchte ich an dieser Stelle keinesfalls verschweigen.;)

  • Monatsrunde November - Mission zu neuen Bücherwelten

    • Juva
    • 16. November 2025 um 13:51

    Ich habe mein erstes Monatsrundenbuch ausgelesen und kann ein weiteres gelesenes Buch nachträglich melden, weil es auch mein erstes Buch des Autors war (was mir erst aufgefallen ist, als ich es aus meinem - leider immer noch sehr hohen - SLW-Stapel rausgezogen habe):

    C.G. Drews - Don´t let the Forest in

    Lion Feuchtwanger - Jud Süß

  • Lion Feuchtwanger - Jud Süß

    • Juva
    • 16. November 2025 um 13:48

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    Klappentext:
    Der jüdische Kaufmann Josef Süß Oppenheimer steigt an der Seite des Herzogs Karl Alexander zum mächtigsten Mann Württembergs auf. Als seine geliebte Tochter Naemi vor den Nachstellungen des Herzogs in den Tod flüchtet, schwört Süß seinem verschwenderischen Leben ab und stellt dem Landesherrn eine Falle. Doch der Tod des Herzogs besiegelt auch seinen eigenen Untergang.

    "Jud Süß" ist das erste Buch, das ich von Lion Feuchtwanger gelesen habe, und ich hatte nicht mit einer so überbordenden und historisierenden Sprache gerechnet, obwohl es sich um einen historischen Roman handelt, weil ich aufgrund von Feuchtwangers Lebens- und Schaffenszeit eher eine sprachliche Nähe zur Neuen Sachlichkeit erwartet hatte. Im Nachhinein muss ich aber zugeben, dass die sprachliche Gestaltung kunstvoll ist und in mehrfacher Hinsicht gut mit der Komposition des Romans harmoniert.

    Feuchtwanger verarbeitet in seinem Roman das historisch belegte Schicksal Joseph Süß Oppenheimers und hat sich bei der Recherche zu seinem Roman wohl intensiv mit den entsprechenden Quellen auseinandergesetzt. Er stellt den historischen Fall aber nicht historisch korrekt dar, sondern verändert die Geschichte seinen Zwecken entsprechend, um eine Geschichte von Antisemitismus, aber auch Macht und deren Missbrauch, sowie der durch äußere Umstände angeregten Entwicklung eines Individuums zu zeigen. Dass es dabei im gesamten Roman keine einzige wirklich sympathische Figur gibt, weil letztendlich jede/r eigene Interessen verfolgt und die meisten Akteure dadurch auch korrumpiert sind, dient letztlich diesem Zweck, weil man als LeserIn das Geschehen mit einer kritischen Distanz betrachtet, die Zusammenhänge zeigt und vor bestimmten Verhaltensweisen warnt.
    Die ausgesprochen detaillierte Sprache wird unter anderem eingesetzt, um sämtliche Figuren mit vielen Informationen einzuführen, es ist erst im Verlauf der Geschichte ersichtlich, wer als wichtige Figur wiederholt auftaucht und wer nur eine Nebenfigur bleibt, aber selbst diese Nebenfiguren werden sorgfältig charakterisiert und haben ihren Platz in der Gesamtstruktur des Romans. Durch den historisierenden Ton des Buches fällt es zudem leichter, sich in das Württemberg des 18. Jahrhunderts einzudenken, auch wenn sich der Roman aufgrund der Sprache nicht leicht nebenher wegliest. Ich habe selten für einen Roman dieses Umfangs (knapp 550 Seiten) bei täglichem Weiterlesen (weil der Roman durchaus spannend ist, was bei so unsympathischen Figuren schon eine Kunst an sich ist) eine ganze Woche gebraucht - durch die ausschweifende und detailreiche Schilderung der Handlung erscheint diese an vielen Stellen auch langatmig. Trotzdem wird das sicher nicht mein letztes Buch des Autors gewesen sein, denn selten findet man eine so raffinierte Kombination aus ausgefeilter Handlung und gezielt eingesetzter literarischer Sprachgestaltung.

    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

  • [12/2025] Jenny Talas - Mistelmagie & Zimtzauber

    • Juva
    • 16. November 2025 um 13:14

    Ich würde mich an einer Leserunde auch beteiligen (auch wenn mir noch diverse SLW-Bücher im Nacken sitzen).:)

  • C.G. Drews - Don't let the Forest in

    • Juva
    • 16. November 2025 um 13:11

    Ich habe "Don´t let the Forest in" auf Empfehlung von HoldenCaulfield gelesen, und es hat sich absolut gelohnt. Für das Halloweenlesewochenende, an dem ich es begonnen habe, war es aufgrund des erst sanften und sich dann schnell steigernden Grusels perfekt. Dass es jetzt doch zwei Wochen gedauert hat, es zu beenden, lag nicht am Buch, ich habe die knapp 400 Seiten in zwei Etappen gelesen, weil die Geschichte wirklich spannend ist und immer wieder mit unerwarteten Wendungen überrascht.

    Die Autorin spielt gekonnt mit den Grenzen zwischen Realität und Einbildung, an einigen Stellen im Roman ist auch die Rede von zwei Welten, zwischen denen nur ein sehr dünner Schleier vorhanden ist. Dadurch wird man als LeserIn schon im Verlauf der Geschichte, vor allem aber zum Ende hin immer wieder verwirrt, was sich denn nun wirklich ereignet und was nur Einbildung ist. Selbst die zunehmende Intensität der Gefühle zwischen Andrew und Thomas scheint Schwankungen unterworfen zu sein, genauso wie sich die Rollen der beiden als Schöpfer und Beherrscher der Monster, die aus dem Wald immer wieder in die Schule eindringen, mehrfach verändern. Dass dieser inhaltliche Schlingerkurs mit sehr detaillierten und realistischen Beschreibungen davon kombiniert wird, wie der Wald in Andrews Leben und sogar seinen Körper eindringt, verstärkt die Irritationen der LeserInnen, weil man sich dann immer wieder fragt, in welcher Welt man sich gerade befindet und ob der Protagonist das wirklich erlebt oder Wahnvorstellungen unterworfen ist.

    Viele Beschreibungen sind wirklich gruselig und brutal, trotzdem kann ich die Einstufung als Jugendbuch nicht nur aufgrund des Alters der ProtagonistInnen voll nachvollziehen. Denn im Rückblick kann man den gesamten Roman auch als Pubertäts- und Selbstfindungsgeschichte lesen, ich kann mir gut vorstellen, dass Jugendliche und junge Erwachsene sich im Gefühlschaos der Figuren und dem Kampf mit sich selbst und der Welt ein Stück weit wiederfinden.

    Insgesamt ist "Don´t let the Forest in" ein ungewöhnliches und lesenswertes Buch, das mir wirklich gut gefallen hat.

    5ratten

  • Janina Ramirez - Femina

    • Juva
    • 14. November 2025 um 21:53

    Dringend abraten würde ich von "Der ferne Spiegel" von Barbara Tuchman, obwohl das als Klassiker der Mediävistik gilt. Davon war ich erst kürzlich sehr enttäuscht.

    zur Rezension

  • Janina Ramirez - Femina

    • Juva
    • 14. November 2025 um 21:51

    Bluebell : Wirklich gut finde ich das folgende Buch von Ian Mortimer:

    Im Mittelalter: Handbuch für Zeitreisende

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    Diesen Autor kann ich generell empfehlen, ein weiteres Buch von ihm zum Mittelalter habe ich noch nicht gelesen, werde ich aber bis Ende des Jahres noch lesen und rezensieren (da zum SLW angemeldet;) )

    Als das Licht das Dunkel durchdrang

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    Mortimer schreibt auch recht unterhaltsam, nicht so theoretisch und staubtrocken.

    Speziell zur Geschichte von Frauen finde ich die Sachbücher von Alison Weir ganz gut, die es allerdings nur auf Englisch gibt. Sie hat verschiedene Biographien verfasst (beispielsweise über Katherine Swynford oder Eleanor of Aquitaine sowie einen Überblick über die englischen Königinnen des Mittelalters in vier Bänden). Wenn man sich für die Frauen hinter den Rosenkriegen interessiert ist auch Amy Licence empfehlenswert, deren Bücher allerdings auch nur auf Englisch erhältlich sind:

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    Allgemein zum Mittelalter sowie zu einzelnen Personen finde ich auch noch die Bücher von Jaques Le Goff empfehlenswert, beispielsweise die beiden folgenden:

    Menschen des Mittelalters

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    Das Mittelalter für Kinder

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    Das ist ganz toll ausgestattet und gut erklärt, für Kinder an vielen Stellen aber recht komplex, deshalb kann man es auch als Erwachsener gut lesen.

    Die scheint es beide nur noch gebraucht zu geben, vielleicht kriegt man sie aber auch mal in einer Bibliothek.

    Zum Alltagsleben finde ich auch das folgende Buch von Tillmann Bendikowski gut:

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  • Monatsrunde Oktober 2025 - "New Classics"

    • Juva
    • 14. November 2025 um 17:14
    Zitat von Kiba

    Leider sind die Jahre 1966, 1977, 1991 und 1992 noch nicht gelesen. :lupe:

    Valentine

    yanni

    Zank

    Seid ihr noch dran? :leserin:

    Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Monatsrunden vor allem Spaß machen sollen und bin damit ganz bei Alice . Nach einer solchen Aufforderung hätte ich an Stelle der Genannten ganz sicher keine Lust mehr, ein einziges Buch zu beenden.


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