Mark Haddon - Supergute Tage

Es gibt 45 Antworten in diesem Thema, welches 18.783 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

  • Ich habe das Buch auch im englischen Original gelesen und fand es super!


    So kleine Details wie jenes mit den Farben der Autos auf dem Weg zur Schule oder dass das Essen sich auf dem Teller nicht berühren darf (eklig!) fand ich süss.


    Was mir vorallem gefallen hat (und was der Grund war warum ich meinen Freund überreden konnte dieses Buch zu lesen) waren die Erklärungen die Charlie abgibt. Zum Beispiel das mathematische Problem mit der Ziege, oder wie er das Universum erklärt. Das hat mir sehr gut gefallen.


    Ich fand es übrigens gar nicht Rain Man mässig. :winken:

  • Von Mark Haddon gibt es jetzt ein neues Buch :klatschen:


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    Ich werds mir wohl auf Englisch kaufen, wenn es draußen ist. :klatschen:


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    Und die Inhaltsangabe ist schon mal sehr vielversprechend:


    Kurzbeschreibung
    Eigentlich ist bei den Halls, einer typischen Vorstadtfamilie, alles in bester Ordnung: Die Tochter will zum zweiten Mal heiraten, der Sohn ist schwul und meistens allein, die Mutter geht fremd, und das Familienoberhaupt droht unmittelbar nach Antritt der Rente verrückt zu werden - dies aber auf die sanftmütigste Art der Welt.

  • Ich hab das Buch geliebt! Hier also meine Rezension von damals:
    Mark Haddons Roman erzählt die Welt aus der Sicht des am Asperger-Syndrom erkrankten 15-jährigen Christopher Boone. Beim Asperger-Syndrom handelt es sich um eine leichte Form des Autismus, Christopher hat außerdem eine sehr ausgeprägte Inselbegabung in den Bereichen Mathematik und Physik - ist also auch auf diesem Gebiet außergewöhnlich. Sein Hauptdarsteller leidet an den typischen Symptomen: Er ist unfähig, Emotionen zu erkennen, mit Gleichaltrigen angemessen zu interagieren, neigt zu Aggressivität, hat Angst vor Menschen und tut sich schwer mit nonverbalen Ausdrucksformen. Die Welt ist für ihn also komplizierter, doch er findet sich in ihr zurecht. Dabei wird er tatkräftig von seiner Lehrerin und seinem Vater unterstützt.
    Die Handlung des Romans ist durchdacht, Christopher ein sehr sympathischer Protagonist, den man irgendwie einfach mag, und so blöd es klingt: streckenweise auch versteht. Dem Autor wird oft vorgeworfen, seine Nebenfiguren zu eindimensional darzustellen, allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass das Buch schließlich von Christopher selbst erzählt wird und Autismus sich nunmal (unter anderem) durch extreme Ich-Bezogenheit äußert. Dadurch sollte klar sein, warum nicht auch geschildert wird, wie schwer das Leben mit einem autistischen Kind sein kann.
    Als Manko wird auch manchmal angeführt, die Krankheit würde zu "seicht" dargestellt und die typischen Verhaltensweisen à la "Rainman" klischeehaft verwendet. Aus eigener Erfahrung (mein Cousin ist gerade 16 und ein Asperger-Kind) kann ich sagen, dass eine Persönlichkeitsstörung wie diese so vielschichtig ist, dass sie in ihrer ganzen Tiefe einfach nicht dargestellt werden kann. Den Autisten fehlen meist die sprachlichen Mittel, um ihre Welt zu beschreiben, viele Symptome hängen zusammen und auch Umweltfaktoren spielen eine wichtige Rolle. Meiner Meinung nach sollte man es dem Autor also nicht vorwerfen, wenn er sich einiger Klischees bedient, da diese dazu beitragen, eine so komplizierte Krankheit wie den Autismus nicht noch weiter zu komplizieren.
    Das Buch wurde sowohl als Kinder-, als auch als Erwachsenenbuch vermarktet. Bei beiden Zielgruppen landete Haddon einen großen Erfolg, was nicht verwunderlich ist. Christopher ist einfach sympathisch, trotz allem lebenslustig, ernsthaft und dadurch auch oft komisch, er bekommt im Buch die Chance über sich hinauszuwachsen und öffnet dem Leser auf eine liebenswürdige Art und Weise die Augen.


    5ratten


    und sein neuestes Werk steht schon auf meiner Wuschliste!

  • "Supergute Tage" habe ich am Wochenende während einer längeren Zugfahrt gelesen. Vielleicht war ich nicht in der richtigen Stimmung für das Buch, oder bin mit zu hohen Erwartungen daran gegangen. Auf jeden Fall hat es mich nicht wirklich gefesselt. Wenn Christopher über mathematische Themen erzählt hat, habe ich die Seiten eher überflogen.


    Ich kam nicht richtig in das Buch rein, erwartet hatte ich einen interessanten Bericht darüber, wie man mit dem Asperger Syndrom die Welt wahrnimmt. Was wirklich neues kam in dem Buch aber nicht vor, es stand genauso viel drin, wie in einem zweiseiten Artikel über diese Krankheit, das Klischee des Mathegenies wurde auch bedient. Die Handlung fing zwar gut an, mit dem Tod des Hundes wurde gleich Spannung aufgebaut. Aber mir war zu schnell klar, wer schuld daran ist, und was dahinter steckt. Das ganze Familiendrama hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen, auch wenn Christophers Mutprobe seine Probleme das erste Mal sehr deutlich machte. Das war eine der wenigen Stellen im Buch, die mir gut gefiel.


    Es war nicht so schlecht, dass ich zu meinem Zweitbuch gegriffen hätte, aber mehr als eine ganz angenehme Lektüre war es für mich auch nicht, dafür blieb es zu oberflächlich.


    3ratten


  • das Klischee des Mathegenies wurde auch bedient


    Das ist nicht wirklich ein Klischee, sondern eine der häufigeren Inselbegabungen, die bei solch einer Krankheit auftreten. Es muss nicht immer die Mathematik sein - mein Cousin hat eine etwas schwerere Form des Syndroms und in seiner frühesten Kindheit lag seine Inselbegabung darin, Autos zu erkennen, die ziemlich weit weg vorbeifuhren. Also nicht nur die Marke, sondern auch den Serientyp konnte er bestimmen, beispielsweise "Mazda 323 BF". Damals war er erst vier oder fünf Jahre alt. Mathematische Inselbegabung tritt einfach häufiger auf, weshalb sie nicht wirklich ein Klischee darstellt.

  • chil: man hört meistens nur von der mathematischen Begabung, eben darum empfand ich es als Klischee, dass es auch in diesem Buch auftaucht. Eine andere Inselbegabung hätte ich interessanter gefunden. Eben weil es ja viele andere Begabungen gibt, aber immer wieder hört man nur von den Rechengenies.

  • Zum Thema Savants kann ich jede Menge Bücher empfehlen, falls es jemand interessiert. Allerdings sind das keine Romane, sondern Sach- bzw. Fachbücher. Aber auch populärwissenschaftliche Bücher. Falls Interesse besteht, kann ich ja gerne mal nen Thread aufmachen.


    Im Übrigen ist das häufigste Phänomen unter den Savants das Kalenderrechnen. :winken:

  • Wir mussten das Buch letztes Jahr in Englisch lesen und ich bin im Jahrgang eine der wenigen gewesen, der das Buch gefallen hat.
    Das Buch ist leicht geschrieben (auf Englisch), sodass ich selten mal ein Wort nachschlagen musste.
    Irgendwie ist mir der Christopher richtig ans Herz gewachsen *gg*

    Books are the ultimate Dumpees: put them down and they’ll wait for you forever; pay attention to them and they always love you back.<br />John Green - An Abundance of Katherines<br /><br />:lesewetter: Caprice

  • Inhalt: In diesem Buch geht es um Christopher. Christopher ist 15 Jahre alt ... und 3 Monate und 2 Tage. Er hat eine leichte Form des Autismus, mag weder Fremde noch die Farben gelb und braun und außerdem kann er die meisten menschlichen Emotionen nicht verstehen. Dafür ist er ein wahres Ass in Mathematik und Physik. Und er mag Hunde. Als der Nachbarshund ermordet wird, will er unbedingt herausfinden wer den Hund getötet hat - und dieses Erlebnis will er in Form eines Kriminalromans niederschreiben, denn Kriminalromane mag er. (Im Gegensatz zu anderen Büchern.)


    Meine Meinung: "Supergute Tage" wird von Christopher in der Ich-Perspektive erzählt und besteht aus meist sehr kurzen Kapiteln, die alle mit Primzahlen beginnen. Die Kapitel wechseln sich hierbei zwischen der eigentlichen Geschichte und Einschüben aus Christophers Gedankenwelt ab, wobei diese Einschübe durchaus Verbindung zur Geschichte aufweisen - es ist nur nicht immer sofort zu erkennen.


    Die Geschichte ist kurios und interessant zu lesen. Für den Jungen sind eben manche Dinge bedeutend und wichtig, für die andere Menschen nicht viel Beachtung übrig haben oder für die sie kaum Zeit verschwenden würden. Andersherum nimmt Christopher auch sehr viel mehr wahr, Informationen stürmen regelrecht auf ihn ein. Da ist es nicht schwer zu verstehen, dass er das Bekannte mag und das Unbekannte (Fremde, neue Umgebungen etc.) eben nicht. So ist Christophers Welt in gewisser Weise komplett anders als die unsrige, dafür ist sie aber überaus logisch. Das ich Christophers Sicht der Dinge so gut nachvollziehen kann gefiel mir auch gut, denn es zeigt, dass der Autor diese Sichtweise gut rüberzubringen vermag. Trotzdem war es für mich anstrengend zu lesen eben weil die Sicht des Jungen so ganz anders ist und man seinen Gedanken deshalb sehr aufmerksam folgen muss.


    Dieses Buch selbst ist nicht wirklich die Geschichte über die Suche nach einem Hundemörder. Es ist vielmehr die Geschichte über die Welt in der Christopher lebt, über seine Gedankengänge, seine Eigenschaften, seine Vorlieben und seine Abneigungen. Auch hier sieht man bereits wie sehr sich unsere Sichtweise von der Christophers unterscheidet. Denn für IHN ist es sehr wohl eine Kriminalgeschichte und selbstverständlich trotzdem allerhand einzubringen worüber er nachdenkt oder was er sonst so macht.


    "Supergute Tage ... " ist ein gutes Buch. Aber ich wurde mit dieser Geschichte einfach nicht so recht warm. Ich fühle einfach gerne mit den Erzählern mit (besonders bei Ich-Erzählern), doch bei einem autistischen Jungen ist das ein wenig schwer. So entsteht eine gewisse emotionale Distanz, die ich nur schwer überwinden kann. Erst gegen Ende, als ich ein wenig stolz auf Christopher war (*g*), habe ich es geschafft diese innere Distanz etwas zu überwindem. Deshalb gibt es von mir "nur"


    Bewertung: 3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • @ Tolpan,
    irgendwie ist mir dieser Thread bisher entgangen, aber Dein Link aus dem Wettbewerb hat mich nun doch aufmerksam gemacht. Ich finde das Thema sehr interessant und möchte das Buch in nächster Zeit gerne lesen. Am meisten und ganz spontan überzeugt hat mich Deine Reaktion


    "Supergute Tage ... " ist ein gutes Buch. [...] Ich fühle einfach gerne mit den Erzählern mit (besonders bei Ich-Erzählern), doch bei einem autistischen Jungen ist das ein wenig schwer. So entsteht eine gewisse emotionale Distanz, die ich nur schwer überwinden kann.


    Distanz - das ist Autismus. Eigentlich die beste Empfehlung, dass das die Geschichte "echt" ist.


    Grüße
    Doris


  • Distanz - das ist Autismus. Eigentlich die beste Empfehlung, dass das die Geschichte "echt" ist.


    Ja und deshalb sage ich ja auch, dass das Buch gut ist. Es ist in sich einfach nur verdammt logisch. Auch die Distanz ist logisch, klar!
    Das ändert aber nichts daran, dass ich es doch ein wenig anstrengend fand und mit dieser Distanz nicht so recht klar kam.
    Oder vielleicht war die Erzählung auch nur so kurz und ich hätte einfach länger gebraucht? I don't know. Ich weiß es nicht.
    :winken: (Und es ist ja nicht so, dass es mir nicht gefällt. :winken: )

  • Wie auch immer.


    Ich habe schon festgestellt, dass es das Buch in unserer Bücherei gibt. Sobald ich es gelesen habe, werde ich meine Eindrücke posten. :winken:

  • Super gute Tage oder The Curious Incident of the Dog in the Night-Time wie es im orginal heisst, ist ein wirklich super gutes Buch.
    Ich habs aufgeschlagen und erst dann wieder zugeschlagen als ich das Buch (viel zu schnell) durchgelesen hab.
    Schon im Buchladen als ichs zum ersten mal aufgeschlagen hab, hab ich mich ein wenig gewundert, da doch ziemlich viele Bilder in dem Buch sind, die beim Lesen natürlich ihren Sinn haben.
    Und wie gut sie sich in die Geschichte einfügen ist schon genial, bekommt man so doch noch mal einen ganz anderen Blick auf die Hauptfigur Christopher Boone und seine Gefühls- und Gedankenwelt.
    Da ich kein Autist bin kann ich mich natürlich nie in ihre Lage versetzen, aber das Buch hat mich doch zum intensiven Nachdenken angeregt und ich glaube ich verstehe jetzt ein bisschen besser wie sich Autisten fühlen.


    Zitat

    Große Namen erweisen diesem Buch die Ehre. Ian McEwan, der sich erst vor kurzem mit seiner tiefenpsychologischen Fallstudie Abbitte als Fachmann für die Feinmechanik menschlicher Befindlichkeiten erwiesen hat, schwärmt vom "großartigen Porträt einer kindlichen Seele". Oliver Sacks, der berühmte Romancier und Neurologe, attestiert Mark Haddon "tiefe Einblicke in die autistische Seele, sehr bewegend, sehr glaubwürdig -- und sehr witzig.

  • Christopher Boone ist 15, interessiert sich brennend für Raumfahrt, Technik und Mathematik, beherrscht Primzahlen bis in den Tausenderbereich und hat generell ein umwerfendes Faktengedächtnis. Dafür findet er Berührungen sehr unangenehm und tut sich schwer, die Mimik anderer Menschen richtig zu deuten.


    Seit seine Mutter vor zwei Jahren aus dem Krankenhaus nicht zurückgekehrt ist, lebt er allein mit seinem Vater in einer englischen Kleinstadt, in der eigentlich nie etwas passiert – bis eines Tages der Hund der Nachbarin tot in deren Vorgarten liegt, aufgespießt von einer Mistgabel.


    Christopher, zu dessen großen Vorbildern Sherlock Holmes zählt, will wissen, wieso der Pudel so grausam zu Tode gekommen ist, so sehr, dass er sogar seine Scheu überwindet, mit Fremden zu reden, einige weitere Verbote seines Vaters übertritt und schließlich in der Tat einige verblüffende Entdeckungen macht.


    Man denkt es sich schon gleich, was mit Christopher los ist, er hat das Asperger-Syndrom, eine milde Form des Autismus. Gemäß seiner Faszination mit Ordnung, Zahlen und Fakten sind die Kapitel nicht mit fortlaufenden Zahlen, sondern mit der Primzahlenfolge überschrieben, und in seinen Bericht über das, was geschehen ist, streut er kleine Wissenshäppchen ein, die ihm gerade einfallen. Zu großen Gefühlsäußerungen ist Christopher nicht imstande, aber er schildert seine durchaus vorhandenen und tiefen Emotionen auf seine eigene eindringliche Weise.


    Zum Ende hin nutzt sich die Erzählweise aus dem Blickwinkel eines Asperger-Patienten ein wenig ab, dennoch ist diese eine originelle Idee, die für meine Begriffe auch glaubwürdig umgesetzt wird (wenn ich mich recht entsinne, hat der Autor Berufserfahrung auf dem Gebiet). Manchmal nervt Christophers Zwanghaftigkeit regelrecht, aber der Einblick in seine merkwürdige Gedankenwelt hilft auch, Kinder und Jugendliche mit solchen Störungen besser zu verstehen.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Ich konnte das Buch nun auch in der Bücherei ergattern. Hier meine kurze Meinung dazu.


    Obwohl Christopher seine Geschichte in sachlicher und eher knapper Weise erzählt, kommen doch sehr viele Emotionen durch. Mit seinen Schilderungen, wie er versucht, äußere Eindrücke verarbeiten, gibt er einen guten Einblick in das Innenleben eines Autisten. Das Buch liest sich "rein wie nichts" und brachte mich des öfteren zum Schmunzeln. Die Handlung ist bis zu einem gewissen Punkt spannend, doch am Ende verflacht das Geschehen zusehens, als die Ereignisse etwas zu rasch verarbeitet werden.


    Für einen Erwachsenen oder jemand, der sich mit dem Thema Autismus schon beschäftigt hat, wird das Buch kaum neue Erkenntnisse bieten, doch es findet zumindest einen Weg, die Empfindungen von Autisten besser zu verstehen.


    Ich saß in der 7. Klasse neben einem Jungen, der auch eine Art von Autismus hatte, die aber nicht so stark ausgeprägt war, und wurde so etwas wie eine Ansprechpartnerin für ihn. Nachdem ich mich erst einmal an seine Eigenheiten gewöhnt und darauf eingestellt hatte, war es kein Problem, mit ihm umzugehen. Bei Christopher habe ich einige Charakterzüge wiedererkannt. Als klischeehaft würde ich das Buch nicht bezeichnen, zumindest was die Krankheit betrifft.


    4ratten

  • Ich wurde hier im Forum auf das Buch aufmerksam; es taucht in dem Thread auf, in dem überlegt wird, welche Bücher man gut lesen kann, wenn man mit englischsprachiger Literatur im Original beginnen möchte.


    Also habe ich mir von einer Freundin The curious incident of the dog in the night-time ausgeliehen und ganz ehrlich: ich bin sehr begeistert.
    In meinen Augen gibt es drei interessante Ebenen:
    Einmal die Story selbst, die ein paar hochinteressante Wendungen nimmt (man kann mich naiv nennen aber ich habe mit fast keiner von ihnen gerechnet).
    Dann die Tatsache, aus welcher Sicht sie erzählt wird. Die wirklich beeindruckend geschilderte Welt eines Menschen, dessen Wahrnehmung sich so von der meinen unterscheidet.
    Und dann die Ebene, in der, natürlich bedingt und erklärt durch die Krankheit, jegliche Kommunikation beleuchtet und sichtbar gemacht wird. Es wird nicht nur im Buch und mit dem Leser kommuniziert, es wird auch viel über diese Kommunikation geschrieben. Da ich ein Fan von Kommunikationstheorien bin, war ich begeistert von der Idee, dass es Menschen gibt, die sich wirklich nur auf den Inhalt der Sprache beziehen und keinen der mannigfaltigen nonverbalen Beiklänge beachten.



    Ich weiß nicht, ob mir das Buch auf deutsch ganz genau so gut gefallen hätte; schließlich kenne ich die deutsche Sprache wie meine Westentasche und habe hier einen ganz anderen Anspruch. Viel kann das aber nicht ausmachen und für die englische Version, die übrigens wirklich leicht zu lesen ist, vergebe ich


    5ratten

    :schmetterling: <br /><br />Wer zu lange in sich geht, kommt auf der anderen Seite wieder heraus.

  • Mark Haddon - The curious incident of the dog in the night-time


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    Große Namen erweisen diesem Buch die Ehre. Ian McEwan, der sich erst vor kurzem mit seiner tiefenpsychologischen Fallstudie Abbitte als Fachmann für die Feinmechanik menschlicher Befindlichkeiten erwiesen hat, schwärmt vom "großartigen Porträt einer kindlichen Seele". Oliver Sacks, der berühmte Romancier und Neurologe, attestiert Mark Haddon "tiefe Einblicke in die autistische Seele, sehr bewegend, sehr glaubwürdig -- und sehr witzig." Dabei ist Christopher Boone, "15 Jahre, 3 Monate und 2 Tage", dem Helden dieser Geschichte, alles Witzige mehr als fremd.
    Am liebsten wäre Christopher in einer Weltraumkapsel allein auf endloser Fahrt. Die Menschen, ihre Launen und Stimmungswechsel sind dem autistischen Jungen ein ewiges, kaum lösbares Rätsel. Seine Welt stellt sich als streng logisches Fakten- und Zahlenwerk dar. Er schätzt es nicht, angefasst zu werden, nimmt Speisen nur an, wenn sie einander auf dem Teller nicht berühren und nennt die Welt der Primzahlen sein Zuhause. Und Sherlock Holmes natürlich, der in seiner glasklaren Logik für den Jungen ein natürliches Vorbild darstellt. Folgerichtig schlüpft Christopher, als er Wellington, den Hund der Nachbarin Mrs. Shears, mit einer Mistgabel erstochen auffindet, in die Rolle des viktorianischen Superhirns.


    Die Story, versehen mit zahlreichen Schautafeln, Zeichnungen und Tabellen aus Christophers überreicher Innenwelt, entwickelt gehörige Spannung und staubtrockenen Humor. Ganz gegen den Willen seines Vaters beginnt Christopher seine "Ermittlungen", wird mit einem mehr als unvermuteten Hundekiller konfrontiert, enttarnt ungeahnte amouröse Verflechtungen und löst so nebenbei das Geheimnis um seine "verstorbene" Mutter.


    Wichtiger und spannender jedoch: Der Leser erhält ein seltenes und kostbares Seelenporträt eines Autisten. Wie lebt ein Junge, der das Mienenspiel seiner Mitmenschen nicht deuten kann? Der ihre metaphernreiche Sprache (Wörter wie "futtern" oder "Augapfel" sind für Christopher beständige Fallstricke) nicht versteht? Der immer die Wahrheit sagt? Dem ein strikter Tagesablauf alles bedeutet, neue Eindrücke hingegen zum gefährlichen Kollaps führen können? Durch den Spiegel von Christophers Auge erleben wir uns Menschen gleichsam als unlogische Geisteszwerge und emotionale Irrläufer, dauerbehindert durch Gefühle, Ressentiments, aber eben auch durch Zweifel und Skrupel. Mark Haddon hat uns mehr als einen Krimi geschenkt -- einen wundervollen Einblick in eine fremde Seelenwelt. --Ravi Unger



    Meine Meinung:


    Ich habe dieses Buch gekauft/ertauscht, als ich hier im Forum davon gelesen habe. Ich habe es im Original gelesen und bin sehr froh darüber. So konnte die Sprache nicht durch falsche/schlampige Übersetzung verfälscht werden und ich konnte es so lesen, wie Mark Haddon es wohl wollte.


    Selten hat mich ein Protagonist in einem Buch durch so viele Emotionen geschickt. Ich konnte mich von Anfang an in Christopher hineinversetzen, habe manchmal über seine Äußerungen gekichert, mit ihm gelitten, für ihn geweint und war stolz auf ihn. Ich "kenne" Menschen mit Autismus nur aus dem Fernsehen, aber ich habe das Gefühl, dass dieses Buch mir vermitteln konnte, wie einsam/isoliert und weltfremd sich ein Autist fühlen muss. Durch die sehr detaillierten Beschreibungen wusste ich genau, was Christopher fühlte, besonders seine liebevolle Art mit seiner Ratte Toby umzugehen, hat mich sehr berührt (liegt wahrscheinlich daran, dass ich selbst mehrere dieser Tierchen zu Hause habe).


    Für mich war das Buch eine sehr schöne Abwechslung zu Krimis, Thrillern, Chicklit und deshalb gebe ich


    4ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:

    Bücher kaufen und Bücher lesen sind zwei völlig verschiedene Hobbys.

  • Das Buch erzählt die Geschichte des fünfzehn Jahre alten Christopher Boone. Er kennt alle Länder und deren Hauptstätte sowie alle Primzahlen bis 7507. Er liebt rot, hasst braun. Unordnung, Überraschungen versetzen ihn in Panik.


    Christopher ladet an einer Form von Autismus. Er braucht seine volle Energie um den Lebensalltag meistern zu können. Mathematische und physische Probleme, Rechnungen und Gleichungen meistert er spielend. Seine MAthe-Abitur besteht er mit der Note 1 ....um eine Zugfahrkarte richtig ziehen zu können braucht er seine volle Konzentration und die Hilfe anderer Personen.


    DAs Buch ist lustig, interessant geschrieben und regt zum nachdenken an.
    Es ist für knapp 10 Euro als Taschenbuch erhältlich, gut leserlich und sicherlich eine Empfehlung wert....


    Gruss

    Opa Pittschikowski aus dem Ruhrrevier, kennt die Blauen Knappen schon seit 1904 - niemals tat er fehlen, nur einmal war er krank - Oma tat er quälen wenn er schon morgens sang:<br /><br />Ob ich verroste und ver